
Wie ist das Autogene Training Entstanden?
Entwickelt wurde das Autogene Training von Johannes Heinrich Schultz (1884-1970) zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Schulz war Arzt und arbeitete lange Zeit mit Hypnose. Dabei beobachtete er, dass die Patienten während der Hypnose Schwere und Wärme empfinden und sich anschließend ruhig, erholt und entspannt fühlten. Seine Idee war, dass es den Patienten selbst gelingen könnte, einen Zustand der vegetativen Entspannung zu erreichen, wenn sie durch Imagination Schwere und Wärme in sich erzeugen. „Autogen“ bedeutet „aus sich selbst heraus erzeugt“.
Die Idee zum Autogenen Training war geboren. 1932 veröffentlichte er erstmalig die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit unter dem Titel „Das Autogene Training – Konzentrative Selbstentspannung – Versuch einer klinisch-praktischen Darstellung“.
Wie wirkt Autogenes Training?
Die Idee ist, durch Konzentration auf bestimmte innere Bilder von Ruhe, Schwere und Wärme das vegetative Nervensystem positiv zu beeinflussen und den Körper in einen entspannten Zustand zu versetzen. Und in einem entspannten Körper kann sich auch der Geist entspannen.
„Der Geist bewegt die Materie.“
Vergil (70-19 v.Chr.)
Wenn du skeptisch bist, ob allein durch die Vorstellung eine körperliche Reaktion ausgelöst werden kann, dann probiere es mit einer kleinen Übung aus:
Schließe für einen Augenblick die Augen.
Stelle dir eine reife Zitrone vor, die du in deiner Hand hältst.
Betrachte die Zitrone ganz genau wie sie leuchtend gelb in deiner Hand liegt.
Fühle ihre feste Oberfläche.
Rieche ihren zitronigen Duft.
Stell dir vor, wie du die Zitrone in zwei Hälften schneidest.
Nun duftet sie noch intensiver.
Beiße vorsichtig hinein und schmecke ihren sauren Saft.
Verweile ein wenig im Augenblick.
Dann öffne die Augen wieder.
Was ist passiert? Verziehst du den Mund? Wird Speichelfluss ausgelöst?
Denke jetzt an etwas Schönes …
an dein Lieblingsessen,
an einen besonderen Moment,
an einen berührenden Song,
an einen magischen Ort,
oder an einen geliebten Menschen.
Zaubert es ein Lächeln auf deine Lippen? Entspannen sich deine Gesichtszüge?
Spürst du etwas in deinem Körper?
Allein durch Imagination kannst du eine körperliche Reaktion aktivieren!
Genauso funktioniert das Autogene Training.
Probier’s aus!
Wann kann Autogenes Training hilfreich sein?
Durch hohe Anforderungen im Berufs- und Privatleben, durch Ängste und große Belastungen in Krisenzeiten gelingt es vielen Menschen nicht mehr, sich in ihrem Alltag zu entspannen und zu regenerieren – oft auch nicht mehr am Wochenende oder im Urlaub. Geht es dir auch manchmal so?
Dies kann die Ursache von Nervosität, Unruhe, Stimmungsschwankungen und Ängsten sein und zu Schlafstörungen, Burn-Out und Erschöpfungszuständen führen.
Durch Autogenes Training kannst du lernen, dir einen wertvollen Ruhepol in deinem Tagesablauf zu schaffen, zu entspannen und damit deine seelische und körperliche Gesundheit zu stärken.
Autogenes Training wirkt sich insgesamt stabilisierend auf das Immunsystem aus. Die Atmung wird gleichmäßiger, das allgemeine Wohlbefinden verbessert sich und die Konzentrationsfähigkeit steigt.
Kopfschmerzen und Migräne treten bei vielen Menschen, die regelmäßig Autogenes Training üben, seltener auf und nehmen in ihrer Heftigkeit ab. Auch der Blutdruck und die Herzfrequenz können sich normalisieren und die Durchblutung kann sich verbessern. Dadurch sind Hände und Füße angenehm warm. Auch die Verdauung kann sich stabilsieren, wenn das vegetative Nervensystem aktiv werden darf.
Autogenes Training ist mit regelmäßiger Übung leicht zu erlernen und kann jederzeit angewendet werden. Es ist als Entspannungsverfahren von den Krankenkassen anerkannt, und es gibt viele wissenschaftliche Studien, die die Wirksamkeit des Verfahrens belegen.
Was tust du heute noch Gutes für dich?
Wichtig:
Bei allen organischen Beschwerden ist eine medizinische Abklärung unabdingbar! Autogenes Training ersetzt keinen Arztbesuch, kann aber in vielen Fällen therapiebegleitend eingesetzt werden und unterstützt den Genesungsprozess. Bitte kläre dies mit deinem Arzt ab, bevor du mit dem Autogenen Training beginnst.
Nicht geeignet ist das Autogene Training:
- für psychotische oder schwer depressive Patienten
- bei massiven Konzentrationsstörungen
- für Menschen, die einen starken inneren Widerstand gegen Autogenes Training verspüren.
Was schenkt dir der Kurs?
- Du erlernst Schritt für Schritt die Technik des Autogenen Trainings und kannst es dann jederzeit für dich anwenden.
- Du erhältst wertvolle Impulse zum Thema „Resilienz“ und „Innere Stärke“.
- Du kannst am Kursabend eine Stunde entspannen und wertvolle Zeit für dich genießen. Mitunter kann der Kurs auch sehr belebend wirken.
- Du bist nicht alleine – die Gruppe kann dich inspirieren.
Entdecke mit dem Autogenen Training eine neue wertvolle Ressource für dich!
Alles, was du dazu brauchst, bekommst du im Kurs, du benötigst keinerlei Vorerfahrung. Entspanne!
Ich freue mich auf dich!
Literatur:
- Lindemann, Hannes: Autogenes Training – Der bewährte Weg zur Entspannung, 9. Auflage 2004
- Müller, Else: Inseln der Ruhe – Ein neuer Weg zum Autogenen Training für Kinder und Erwachsene, 6. Auflage 2018
- Reddemann, Luise: Imagination als heilsame Kraft, 17. Auflage 2013

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